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Das Steinkreuz auf dem Reitling

Unter den alten Buchen des Reitlings, wenige hundert Meter ostwärts der heutigen Reitlingsgaststätte, steht verborgen und abseits des bunten Treibens, welches der große Fremdenverkehr jahrein, jahraus in das herrliche Reitlingstal bringt, ein altes Steinkreuz.
Das Steinkreuz auf dem Reitling Es befindet sich noch nicht lange hier, denn erst wenige Jahrzehnte sind es her, daß es von der einige Meter vor dem Walde liegenden Wiese aus uns unverständlichen Gründen auf den jetzigen Platz umgesetzt wurde. Aus Kalkstein gehauen, wie alle seine vielen Brüder in weiter Runde, gibt es Kunde von fernen Tagen.

Hier soll vor Jahren, als auf dem Reitling noch ein Förster wohnte und in den Gefilden und Bergen des Elms noch reicher Wildbestand herrschte, ein Wilddieb sein Unwesen getrieben haben. Eines Nachts traf ihn die Kugel des Waidmanns - da stellte sich heraus: es war des Försters bester Jugendfreund. Man hat ihn vor dem Elm ein Grab geschaufelt und zur Mahnung das Steinkreuz gesetzt. So erzählten es sich früher die alten Leute auf der Gipshütte im Walde und glaubten damit auch diesem alten, verwitterten Denkmal aus mittelalterlicher Zeit eine Erklärung geben zu können.
(Erzählt von dem alten Vater Krümmel in Königslutter).

Das Steinkreuz auf dem Reitling wird im Volksmunde "dä Zankappel" genannt. Hier soll sich früher die Grenze der Kommende Lucklum und der herzoglichen Forst befunden haben. Da sich nun im Laufe der Zeit Grenzschwierigkeiten ergaben, hat man sich oft um diese Grenze gezankt, und daher hat das alte Steinkreuz seinen Namen bekommen.
(Erzählt von Fräulein Sophie Fricke, Königslutter.)


Das Grab auf dem Reitling In den letzten Kriegstagen des zweiten Weltkrieges, am 11. April 1945, fand hier ein junges, blühendes Menschenleben einen frühen und unerwarteten Tod. Man bettete den jungen Helden zu Füßen des alten Kreuzes und mahnend und grüßend steht das alte Sühnekreuz - wie vor vielen Jahrhunderten - in den Gefilden des Elms.

Heinz-Bruno Krieger 1955