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Otto Klages - Jahrmillionen im Pulsschlag eines Herzens!

Porträt von Heinz-Bruno Krieger 1970

Königslutter und der ganze Elmraum ist reich an vielen Sehenswürdigkeiten und Schönheiten, die immer wieder viele Menschen aus nah und fern herbeieilen lässt.
Otto Klages

Ein Kleinod von einmaligem und unermesslichem Wert, das den Ruhm der Stadt weitgehend vermehrt, die "Otto-Klages-Gesteinssammlung" - die im Stadthaus, dem "Haus der Volkshochschule" in Königslutter, Sack Nr. 1, eingerichtet wird - geht seiner Vollendung entgegen. Mit dieser Sammlung macht Otto Klages seiner Vaterstadt Königslutter ein hochherziges Geschenk, das in seiner Art einmalig ist.


 Versteinerte Seelilie (Encrinus liliiformis) aus der Otto-Klages-Sammlung Die Otto-Klages-Gesteinssammlung zeigt in unzähligen Beweisstücken viele Mineralien, Gesteinssorten und nach den verschiedensten Erdformationen ausgerichtete Versteinerungen, die die "suchenden Menschen" hinführen soll zu den Schönheiten und Wundern der Natur und zur Erklärung der Entstehung der Erde als Ganzes.

Die Sammlung gestattet eine einmalige und vollkommene Übersicht der Harzgesteine und Mineralien des Harzgebietes, die in ihrer Geschlossenheit einmalig sein dürfte.
"Der Harz ist mein Liebling" - so sagt Otto Klages, dessen ganze Seele und ganzes Herz, in tiefem Verständnis zu Gott und der Natur steht.

"Da werde ich gefragt, warum ich mir die ganze Arbeit mache mit den Steinen? - Das ist für mich praktische Religion. Diese Wissenschaft der Steine führt mich oft vor verschlossene Türen und dann kann nur noch der Glaube an das Wunder, an die Allmacht Gottes weiterhelfen, dessen selbe Sonne heute noch das Leben spendet, genau wie vor den vielen Jahrmillionen, in denen die vielen fossilen Tiere (Petrefakten) ihr kurzes Leben auf dieser Erde gelebt haben".

Seit seiner frühesten Jugend liebt Otto Klages "seine Steine", die er in vielen Ländern der Erde selbst in mühsamer Arbeit gesammelt und erschlossen hat. Viele wissenschaftliche Arbeiten in Fachorganen machten den bescheidenen Mann in aller Welt bekannt und unzählbar dürfte die Schar der Freunde und Besucher sein, die der stille Gelehrte in seiner Sammlung "von den Schönheiten der Wunderwelt der Gesteine", empfangen und berichten konnte.

"Diese Sammlung, die ich in Sack l einrichte und der Stadt Königslutter schenke, ist eine ganz moderne, nach neuesten Gesichtspunkten der Wissenschaft aufgestellte, geologische-mineralogische und paläontologische Steinsammlung. Ich höre so oft, daß man von meiner Steinsammlung glaubt, sie würde ein Museum. Das ist kein Museum! - Man holt die Steine heute schon vom Mond herunter, um aus ihrer Substanz wichtige Erkenntnisse für die Wissenschaft zu gewinnen. Aber 95 Prozent der heutigen Menschen können Quarz nicht von Gips unterscheiden. Diese Sammlung soll die Kinder unserer Kinder noch belehren, sie soll den kommenden Generationen dazu dienen, Verständnis zu gewinnen für die großen Wunder der Natur."

Ein jedes Gespräch mit Otto Klages ist ein Geschenk. In seinen tiefsinnigen Worten spiegelt sich der Pulsschlag seines Herzens, der den Jahrmillionen seiner Wunderwelt aufs innigste verbunden ist. Diese Sammlung soll jedem Besucher etwas geben.

Der einfache, junge Mensch, der Sammleranfänger, der fortgeschrittene Sammler und nicht zuletzt der ausgebildete Wissenschaftler, findet hier Stücke, die ihm Freude machen.

Immer wieder werden die Besucher von nah und fern nach hier zurückkommen, um sich zu erfreuen, sich weiterzubilden und Erkenntnisse zu vertiefen, die uns allen, den Menschen wie der Stadt - durch die Liebe und Verantwortung eines Mannes geschenkt worden sind.

Otto Klages hat viele - unzählige Stunden in diese Arbeit hineingesteckt. Er ist nicht mehr der Jüngste. "Die alten Knochen sind müde geworden und wollen nicht mehr so wie die vielen Jahre davor" - so sagt er selbst.

Wir wollen aber wünschen, daß ihm noch viel Zeit erhalten bleibt, um sein Werk zu vollen den. Wir wollen dankbar sein für sein großherziges Geschenk!

Otto Klages, Königslutter, ist weit über die Grenzen Europas hinaus bekannt und geachtet als Paläontologe. In Helmstedt spendete er die große Gesteinssammlung der Realschule I an der Schulstraße. In Esbeck stiftete er die große Gesteinssammlung für die Mittelpunktschule.