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Das Vertraute und das Unerklärliche

Ein Morgen im Elm, lichtdurchflutet....
Waldweg und Buchenwald geschmückt von hellem Grün, eingetaucht in goldene Sonnenstrahlen....

Ich bin allein, nur die vielen Vogelstimmen singen und zwitschern ihre Loblieder in den frühen Tag hinaus. Plötzlich ist es mir, als spüre ich ein Erinnern! Habe ich dieses nicht schon einmal erlebt?

- War ich nicht früher schon einmal hier? -

Vielleicht ist es Augenblick, der Anblick einer hohen, weit in den Weg hinein ragenden Wurzel, die gleich einer verwunschenen Schlange meinen Weg kreuzt. Oder war es das Rascheln im Laub, das am Rande den Graben füllt? -

Ich weiß es nicht, ich spüre nur, hier ist etwas Vertrautes, Bekanntes und doch wiederum Fremdes, Unerklärliches....

Ein andermal gehe ich an einer alten Mauer entlang, fühle im Unterbewusstsein, hier, dieser Ort, diese alten ineinandergefügten Steine sind dir bekannt, haben für dich eine Bedeutung - und ich sinne und sinne und suche vergebens nach einer Antwort....

Wir alle spüren irgendwann in unserem Leben das Hereinragen einer anderen, fremden Welt in unseren Alltag, ohne uns oft dieser Situation, dieser Begegnung bewusst zu werden.

Was wissen wir denn schon von der transzendenten Verbundenheit unseres Seins mit jenen anderen Gegebenheiten?....

Ist es aber nicht auch so, dass wir Menschen, die wir heute leben, uns oft zurücksehnen, hineinflüchten möchten in jene andere, imaginäre Welt, in der noch unverändert das Wunderbare, das Geheimnisvolle zu Hause ist? -

Gibt es nicht in jeder Menschenbrust Höhen und Tiefen, Gutes und Böses? -
Mächte, die sich gegenseitig in uns bekämpfen?

So gesehen ist das Irreale genau so wichtig wie das Reale. Es bietet den Ausgleich des Alltäglichen. Glücklich der Mensch, der erkennt, dass Traum und Illusion uns Weisheit und Erkenntnis zu den Geheimnissen des Lebens vermitteln.

Heinz-Bruno Krieger