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Von Erntewagen und Mähdreschern

Das Korn steht hoch in der Reife. Ein weites Meer von altgoldenen Ähren neigt sich leicht im Wind. Es sind vielleicht nur noch Stunden, bis auch hier, auf diesem Felde, Mähdrescher ihre dröhnende Stimme ertönen lassen.

Ich denke an die Zeit meiner Kindheit und Jugend. Die Felder wurden damals mit dem Selbstbinder gemäht. Die Garben von Jung und Alt zu Stiegen zusammengestellt. Dann wieder, einige Tage später, wurden die Erntewagen hoch beladen. Die Frucht der Felder wurde in die Scheune der Höfe gefahren, um hier zu hohen Bansen aufgestapelt zu werden.

Im Dorfe und in der Stadt dröhnten Wochen hindurch die Dreschmaschinen. Von Hof zu Hof gingen die Burschen und die Mädchen, um gegenseitig zu helfen. Schwer war die Last, die in pralle Säcke gefüllt, die steile Stiege empor, zu den Kornböden hinaufgetragen wurde.

Es ist alles anders geworden. Neue Generationen füllen den Raum. Die Technik ist fortgeschritten. Nur die Erinnerung vergoldet den Lebensabend.

Heinz-Bruno Krieger