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Der Kratzerverein

In Lutter ist vor Jahren mal einer zugereist, der hieß Bernhard Nepomuk. Er hat zuerst bei Städter auf dem Kattreppeln gewohnt, ist dann aber auf die Elmstraße in das Haus, wo es durch das Gatter hineingeht, eingezogen.

Nepomuk war ein lustiger Kerl. Er hatte bald einen Haufen Kerle um sich und sie gründeten einen Verein.

Weil sie nun alle tüchtig was vertragen konnten und ein Schluck so sachte die Kehle herunterkratzt, gaben sie ihrem Verein den Namen "Kratzerverein".

In dem Verein waren der alte Klowecke, Eichenwirt Buchheister, Starke, der alte Sandsegger, Karl Esch und der Oberkratzer war Bernhard Nepomuk.

Wie nun der liebe Oberkratzer eines Tages Schlachtefest feiern wollte, kamen die ganzen Kratzer anmarschiert, im Gänsemarsch und jeder hatte eine Flasche Branntwein in der Hand.

"Der Oberkratzer Nepomuk,
der wurde ganz zornig wild.
Griff schnell zum Stahl und Messer hin
Und stach das Schwein geschwindt."

So sangen später die ganzen Kratzer. Sie erzählten auch schmunzelnd, dass sie das ganze große Schwein aufgegessen hätte, und der alte Nepomuk am meisten gegessen und gesoffen habe.

Aber der Oberkratzer hatte davon keinen Schaden. Die Kratzer haben ihm alles wieder hingebracht, als sie selbst schlachteten.

Und noch nach vielen Jahren haben sie geschmunzelt und gelacht, wenn sie an das Schlachtefest bei Nepomuk dachten.

Nach Heinz-Bruno Krieger