Startseite -> Index

Der Kellerdiener Heinrich Hinsche

Auf dem Stadtkeller diente früher ein Hausknecht Heinrich Hinsche.

Er schlief auf der Däle in einer großen Holzkiste und wenn mal die Ratsherren ein bisschen später nach Hause gingen, dann kloppten sie auf den Deckel drauf, dass Heinrich in seiner Kiste dachte, das jüngste Gericht hätte begonnen.

Wie nun 1870/71 der Krieg los ging, und auch aus Lutter ein ganzer Haufen dabei war, da ließ sich Heinrich Hinsche von Adolph Wiedenroth auf der Westernstraße ein Hochrad bauen, so eins mit einem großen Rad vorn und einem ganz kleinen hinten, da setzte er sich drauf und gondelte jeden Morgen in der Herrgottsfrühe nach Braunschweig und holte die Depeschen vom Kriegsschauplatz.

Die wurden dann auf dem Stadtkeller ausgehängt und die Leute kamen und schauten nach, wieweit der Krieg fortgeschritten war.

Eines Tages hieß es in Lutter, Heinrich Hinsche hätte sich ein Haus gekauft. Es dauerte auch nicht lange, dass er es abreißen ließ und ein ganz großes neues darauf baute.

Er hatte sich jeden Pfennig abgespart und wurde ein ganz reicher Mann.

Nach Heinz-Bruno Krieger