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Kattenkopp Bühring

Auf der Westernstraße wohnte Kattenkopp [Katzenkopf] Bühring. Er war Bierbrauer, brannte Schluck und hatte einen großen Bauernhof.

Wenn die Frauensleute morgens in aller Herrgottsfrühe auf den Hof kamen, war Kattenkopp schon auf den Beinen. Wenn der letzte Knecht vom Hof herunter ging, war er noch draußen und sah nach dem Rechten.

Seinen Namen hatte er von den kleinen "Katzenköpfen", in denen das Bier war.

Er hatte auch auf dem Lutterspring den großen Bierkeller bauen lassen und wie der nicht mehr hinreichte, ließ er den Felsenkeller vor dem Holze an der Försterwiese bauen.

Man sagt auch, er hätte viele alte Häuser billig aufgekauft und sie dann angesteckt, um viel Geld von den Versicherungen zu bekommen.

Sonntags trug er einen langen Rock mit der Waterloo-Medaille darüber, er hatte nämlich gegen Napoleon mitgekämpft.

Wenn es Geld gab, Freitag abends, und die Leute ihre Mütze zogen und "N'abend Herr Bühring!" sagten, dann schimpfte er hinterher und sagte:

"Herr Bühring, Herr Bühring, dass ich nicht lache, die ganze Woche heiße ich Kattenkopp und wenn sie Geld bekommen, bin ich Herr Bühring".

Als die Arbeitsleute keine Wohnungen bekamen und klagten, dass sie in so einer alten Bude hausen müssten, sagte der alte Kattenkopp: "Das geht so nicht mehr, ich baue euch Häuser."


Die Finkenburg an der Stadtmauer Dann hat er vor dem Kuhtor die Finkenburg gebaut; die Leute waren nun zufrieden und hatten schöne Häuser.

Nach Heinz-Bruno Krieger