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Von Pflichten und Künsten der Scharfrichter im Lande Braunschweig

Heinz-Bruno Krieger

Am 2. März 1952 jährte sich zum 150. Male der Tag, an dem in Wolfenbüttel Johann Georg Conrad Uhder (auch Uder oder Uter) geboren wurde, der als "Scharfrichter Uter" in den Sagen und Erzählungen unserer Heimat rund um den Elm unsterblich geworden ist.

Bei der Beschäftigung mit der sagenumwobenen Gestalt dieses letzten "Nachrichters" des Amtes Königslutter stellte ich fest, daß über den Berufsstand des Scharfrichters und sein vielseitiges Wirken im Lande Braunschweig bisher leider erst sehr wenig veröffentlicht worden ist, und zwar, soweit mir bekannt ist, nur in den Aufsätzen:
"Der Scharfrichter in Braunschweig", von Otto Schütte (Festschrift für Paul Zimmermann, Wolfenbüttel, 1914, Seite 204-211) und
"Vom Galgen, Pranger und Nachrichter Braunschweigs im 18. Jahrhundert" von Karl Steinacker (Braunschw. Heimat Jahrg. 24, 1933, S. 51 bis 54).

Da nun aber der Scharfrichter nicht nur im Rechtswesen, sondern auch im Gesundheitswesen früherer Jahrhunderte einen wichtigen Platz eingenommen hat und sein Berufsstand sozialgeschichtlich wie volkskundlich gleich interessant ist, hielt ich es für lohnend, mich einmal eingehend mit der Stellung und dem Wirken dieses Berufsstandes zu beschäftigen und alles zusammenzutragen, was ich an gedruckten und ungedruckten alten Nachrichten darüber finden konnte.

Bei der großen Fülle des zutage kommenden Stoffes ließ sich das Ergebnis nicht in einem einzigen Zeitschriftenaufsatz niederlegen. Ich habe den Stoff daher in sechs Abschnitte gegliedert, von denen jeder, wie ich hoffe, ein in gewisser Weise abgerundetes Bild von einer Seite des Scharfrichterberufes geben wird.

Heinz-Bruno Krieger