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Sie reiten Bügel an Bügel

Akazienblüten einschmeichelnder Duft
das Wiehern und Stampfen der Pferde.
Lerchen jauchzen in Sommerluft
und Birken kuscheln auf Heideerde.
Ein Frühling voller Seligkeit,
Herzklopfen und leises Hoffen
die Sehnsucht groß, die Welt so weit
noch sind alle Wünsche offen.
Noch schläft die Versuchung in der Brust
und spannt sich in eiteler Freuden,
das Leben ist schön und voller Lust,
die Götter die Liebe vergeuden.
Da -- Kommandoruf und Aufgesessen
und reiten, reiten -- Bügel an Bügel,
die Sehnsucht schweigt und alles vergessen
im Galopp mit verhängtem Zügel.
Die heiße Stirne kühlt der Wind
und die Hufe greifen und fliegen,
wo nur die vielen Gedanken sind,
von Sehnsucht, Freude und Lieben ?
Das Herz ist so frei, ein junges Blut
erkämpft sich das Glück der Erde
und es fragt nicht nach Geld und fragt nicht nach Gut
auf dem fliegenden Rücken der Pferde.
Und es reitet der Jüngling, es reitet der Tod,
sie reiten Bügel an Bügel
und der Tag klingt aus im Abendrot.
Unter Akazienblüten liegt ein stiller Hügel ...

Heinz-Bruno Krieger 02.04.1973