Startseite -> Index

Osterfeuer

Ich steh am Elm und schaue weit ins Land
Das dunkel vor mir liegt, in Nacht gehüllt.
Die hohen Buchen stehen schweigend, festgebannt
Erwarte ich, ob meine Sehnsucht sich erfüllt.

Die Zeit scheint still zu stehn und alles lauscht.
Geheimnisvolle Stimmen flüstern aus des Waldes Schatten
Und weit am Himmel eine Wolke segelnd bauscht
Sich vor den Mondenschein, den fernen, matten.

Da - überall, im weiten, dunklen Raum -
Glühwürmchen gleich, entfachen sich die Feuer.
Die Flammen lodern hoch, ich stehe wie im Traum
Und Osterfeuer siegen über dunkle Ungeheuer.

Bis weit zum Lappwald hin, soweit die Augen sehn
Brennen die Osterfeuer in der Heimat Runde
Und von den hohen Feuerstößen wehn
Die Schwaden voller Rauch und geben Siegeskunde.

Das ist der Sieg des Lichtes über Dunkelheit
Der Feuer Flammen sprühen auf und zischen.
Ich steh am Waldesrand gedenkend meiner Kinderzeit
Und fern und weit der Jugend Spuren sich verwischen.

Heinz-Bruno Krieger