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Heimweh nach Esbeck

Der letzte Herr von Hoym auf Esbeck war ein großer Franzosenfreund gewesen. Seine Tochter heiratete einen hohen französischen Offizier und ist mit diesem nach Paris gezogen. Nach vielen Jahren kamen sie dann noch einmal nach Esbeck auf Besuch, weil die Gnädige solch großes Heimweh nach ihrer Heimat am Elm gehabt hat.

Da haben sie alle alten Esbecker noch einmal besucht, auch meine seeligen Großeltern. Meine Großmutter hatte gerade eine große, irdene "Schöttel" mit "surer Melk" [saurer Milch] stehen.

Als diese nun die Gnädige sah, sagte sie zu unserer Großmutter, sie möchte ja zu gerne noch einmal "Sure Melk" essen. Da gab Großmutter geriebenen Zwieback und Zucker darüber, und die Dame hat vor Rührung gesagt "dat herre better e' smecket, wie datt schönste Äten in Paris"!
[das hat besser geschmeckt, wie das schönste Essen in Paris!]

Noch viele Jahre später holten diese Herrschaften immer ihre Kutscher aus Esbeck.
"Miene Grotöldern hat awer e'meint, dä von Hoym harren hüte noch op Esbeck sitten können, wenn dä ole Herr nich sau dulle e' sopen harre."
[Meine Großeltern hatten aber gemeint, die von Hoym hätten heute noch auf Esbeck sitzen können, wenn der alte Herr nicht so doll gesoffen hätte]

Von Andreas Rehkuh, Esbeck