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Eckbert der Einäugige von Veltheim

I.
Vor vielen Jahren haben die Braunschweiger Bürger die Burg Destedt belagert, so daß die Herren von Veltheim die alte Burg verlassen mußten und nach der sicheren Wasserburg im nahen Veltheim an der Ohe zu ihren Verwandten fliehen mußten.

Es war nun unter den Destedter Rittern ein Junker mit Namen Eckbert, der nur ein Auge hatte und den man daher nur "Eckbert den Einäugigen" nannte.

Als die Braunschweiger die Flucht der Destedter bemerkten, belagerten sie auch die Wasserburg in Veltheim, jedoch ohne Erfolg. Nun schickten sie drei Unterhändler ins Schloß, um mit den Rittern zu verhandeln.

Eckbert der Einäugige war aber über die Demütigung der Bürger so erzürnt, daß er eigenhändig den Männern die Köpfe abschlug, ihre Körper zerhacken ließ und diese dann in Tonnen steckte.

Dann ritt er mit seinem Pferde und in Begleitung eines Wagens, auf denen sich die drei Tonnen befanden, nach der Stadt Braunschweig, wo er auf dem Altstadtmarkte diese Tonnen niedersetzen ließ.

Er legte dann die drei Köpfe oben auf die Tonnen und ist in gestrecktem Galopp mit seinem Rappen davon gebraust. Unterwegs jedoch kam ein schweres Gewitter auf; das Pferd scheute, Ritter Eckbert stürzte auf die Erde und brach sich hierbei das Genick.

Als man ihn später gefunden hat und in Veltheim an der Ohe auf dem Burghof niederlegte, nahm der Burgherr seinen Hut ab und sagte laut:
"Gott sei Dank, daß dieser Junker Eckbert nun tot ist".

II.
Vor Jahren lebte auf Destedt ein Ritter Eckbert, der in einem Kampfe ein Auge verloren hatte und deshalb "der Einäugige" genannt wurde.

Eines Tages hat er einige Ratsmänner aus Braunschweig eingeladen und wie sie nach seiner Burg gekommen sind, in seinem Turmzimmer zu Tische gebeten. In diesem Zimmer befand sich aber eine Fallklappe im Boden, in die alle Braunschweiger hineingefallen sind und sich zu Tode geschlagen haben.

Dann hat Eckbert die Leichen in drei Tonnen stecken lassen und sie nach Braunschweig auf den Hagenmarkt gebracht.
Als aber auf dem Rückwege an dem Mastbruche, der vor der Stadt liegt, Ritter Eckbert mit seinem Pferde über einen Graben springen will, scheut plötzlich das Pferd, und der Ritter stürzt so unglücklich auf die Erde, daß er sich das Genick bricht.

So wurde der Tod der Braunschweiger Ratsherren schnell gesühnt.

Von Schneidermeister Otto Luer, Destedt (I.) und von Bauer Warnecke, Veltheim a. d. Ohe (II.)