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Wettrennen mit dem Herzog von Braunschweig

Der alte Herzog von Braunschweig kam früher oft des Nachmittags von Braunschweig nach Destedt zu seinem Freunde, dem alten Kammerrat Baron von Veltheim.

Als sie nun einmal wieder einen schönen Tag verlebt hatten, und es abends auseinander gehen sollte, sagte der Baron zu seinem Kutscher Heinrich Weber: "Spann an, Heinrich! - wie wüllt usen Hertog nah Huse begleiten!"

Wie sie dann immer hinter der herzoglichen Kutsche herfuhren und Heinrich Weber die Leine mit aller Kraft zurückhalten mußte, da meint der Baron: "Ach watt, lat se los, un dann Karacho vortue!"

Da blieb der Herzog mit seiner Kutsche weit zurück und die von Destedt waren längst vor dem Schlosse, als der Landesvater endlich kam.

Der Herzog befahl seelenruhig, die Pferde des Barons auszuspannen und in den Stall zu bringen, und der alte Kammerrat sagte zu Heinrich Weber: "Nu mött wie tau Faute na Huse gähn."
[Nun müssen wir zu Fuß nach Hause gehen.]

In tiefer Nacht, bei Mondenschein, kamen beide, Baron und Kutscher, wieder auf Schusters Rappen in Destedt an. Der Herzog aber soll sich später noch oft vor Lachen geschüttelt haben, wenn die Rede auf das Wettrennen gekommen ist.

Von Schneidermeister Otto Luer, Destedt