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Der böse Cassier Eisfeld in Destedt

Vor Jahren ging ein Destedter Cassier namens Eisfeld mit einem fremden Herrn, der bei dem Baron von Veltheim zu Besuch weilte, die Dorfstraße entlang.

Er zeigte stolz nach rechts und links und sagte: "Alles was sie hier sehen ist unser Eigentum!"
Das ärgerte den Bauern Schulte, der gerade an einem "ungenannten Orte" saß und die hochtrabenden Worte des Cassiers mit anhören mußte.

Seine Hose aufraffend und rauslaufend rief er:
"Datt stimmet nich, diese Siete höret us Buern, und düsse Linnenböme hier" [Das stimmt nicht, diese Seite gehört uns Bauern, und diese Lindenbäume hier]
- er zeigte stolz auf eine lange Reihe stattlicher Lindenbäume - "sind mien Eijentum."

Wutentbrannt hieß Eisfeld den Bauern schweigen, aber dieser ließ sich nicht den Mund verbieten und schimpfte laut weiter. Das ließ dem bösen Cassier Eisfeld keine Ruhe.

Er holte den Bauern Schulte nachts aus dem Bette und ließ ihn in ein altes Burgverließ sperren. Dann wurden sämtliche Lindenbäume abgesägt.

Als Schulte am anderen Morgen wieder raus kam, war kein Baum mehr zu sehen. Bauer Schulte hat vor Wut geheult. Dieses war des bösen Eisfeld letzte Untat.

Von Schneidermeister Otto Luer, Destedt