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Von den Rittern in Ampleben

In der geraden Ostmauer der spätromanischen Dorfkirche zu Ampleben befindet sich oben im Giebel eine Rundbogennische, welche von zierlichen Ecksäulen eingefaßt und von eisernen Stäben, die in Lilien enden, baldachinartig bekrönt wird.

In dieser Nische soll, wie man noch jetzt im Dorfe erzählt, im Mittelalter ein Bild der Mutter Maria gestanden haben. Andere sagen, diese Nische sei früher eine Tür gewesen und bringen sie mit den Raubrittern von Ampleben in Verbindung.

Wo jetzt in Ampleben das Gutshaus steht, erhob sich vordem, von tiefen Gräben umgeben, eine Burg. Von hier hat bis zur Kirche ein unterirdischer Gang geführt.

Wenn nun die Ritter sich mit denen auf der Huysburg unfern Halberstadt verständigen wollten, so gingen sie zur Kirche und zündeten dort Laternen an, mit denen sie aus der Tür oben in der Ostmauer gen Südosten hin Zeichen gaben.

Von Th. Voges, Sagen a. a. O. S. 177