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Die Totenhand zu Emmerstedt

Zu Emmerstedt, unfern Helmstedt, wird hinter dem Altare in einem Kästchen eine ganz vertrocknete Totenhand aufbewahrt. Davon erzählt man sich im Dorfe seit altersher folgende Geschichte:

Vor langen Jahren lebte im Orte ein Kind, das verachtete Vater und Mutter; ja es erhub gar seine Hand gegen die Eltern und schlug sie. Darnach erkrankte das Kind und starb. Und als es eine Zeit im Grabe gelegen hatte, kam seine Hand daraus zum Vorschein. Der Totengräber scharrte sie wieder ein.

Nach einer Weile war sie abermals sichtbar, und wiewohl der Totengräber sie wieder mit Erde bedeckte, kam sie doch aufs neue heraus. Das geschah mehreremal, bis endlich die Hand abgesägt und zum Angedenken an die wundersame Begebenheit in der Kirche aufbewahrt wurde.

Th. Voges, Sagen, a.a.O. S. 318, v. t Lehrer Schmied, Emmerstedt