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Wie die Mutter Gottes den Herzog errettete

In Braunschweig lebte ein Herzog Albert der Fette, der war ein gar frommer Herr.

Eines Nachts nun wurde er von einer schweren Krankheit befallen, darob der Adel und das ganze Land in große Betrübnis geriet. Überall im Lande beriet man, wie dem Fürsten zu helfen sei, aber alles war vergebens.

Da erschien in der größten Not die Gottesmutter dem Kranken und sagte ihm, daß sie in dem Dorfe Küblingen einen Gnadenort zu ihrer Ehre errichten wollte und
"Wenn du diesem die Freiheit schenkst und meine Verehrung daselbst förderst, so wirst du alsbald mich als deinen Arzt in dieser Krankheit verspüren und als Beschützerin in dieser Landschaft erkennen. Zum Zeichen aber nimm dieses, nach drei Tagen wird dorthin ein Bild gebracht werden zu meinem Gedächtnis"!

Der Herzog war darob sehr erleichtert und erfreut. Als nun tatsächlich nach drei Tagen der Pastor von Schöppenstedt nach Braunschweig kam, um dem Herzog von dem neuen Gnadenorte zu erzählen, hat der hohe Herr alles getan, um Küblingen zur Verehrung der Hirnmeiskönigin seine Beihülfe zu gewähren.

Er schenkte dem Orte die Freiheit und befahl ferner, daß der Mutter Gottes dort ein Bethaus errichtet würde. Da ließen alle Leute dort ihre Arbeit ruhen, schafften Holz, Steine und Eisenwerk herbei, und erbauten für das Gnadenbild der heiligen Jungfrau eine Kapelle - die man die Clus nannte.

Seitdem aber sind hier viele wundersame Dinge geschehen, von denen man noch heute zu berichten weiß.

Görges und Spehr