Startseite -> Index

Die wundertätige Mutter Gottes von Küblingen

Um die Verdienste seiner glorreichen Mutter zu vermehren, erwählte sich der Herr, als er einst von der Höhe des Himmels zur Erde hinabschaute, einen Ort, Küblingen, zwar klein, aber nun durch die Wunder der glorreichen Mutter Gottes sattsam berühmt und bekannt.

Denn im Jahre 1291 ist in diesem Dorfe folgendes geschehen:
Es wohnte dort ein Mann namens Albert Ryseberg, der sich eines Tages, nach getaner Arbeit, unter eine alte Linde ausstreckte, um sich etwas auszuruhen.

Wie der gute Albert Ryseberg nun einschläft, erscheint ihm die.heilige Jungfrau Maria und spricht zu ihm:
"Knecht Gottes! Fürchte dich nicht und wähne nicht, das ich ein Trugbild sei. Es steht vor dir die Mutter Gottes und mein lieber Sohn, unser Heiland, hat diesen Ort Küblingen auserkoren und mir zum Eigentum vermacht. Und dies sei dir zum Zeichen! Es werden Kaufleute kommen, die mein Gnadenbild jenseits des Rheines führen wollen, es soll dieses Bild aber nicht dorthin, sondern nach hier gebracht werden. Hier soll ein großer Gnadenort entstehen und mein Bild von allem Volke verehrt werden."

Aber Albert Ryseberg glaubte nur zu träumen und sagte niemanden etwas. Da erschien ihm die Mutter Gottes ein zweites Mal und nötigte ihn ihrem Wunsche nachzukommen.

Er ging hierauf zu seinem Freunde Albert Ueberwasser, dem er dieses alles erzählte. Dieser war darüber sehr entzückt und riet, sofort den Pfarrer in Schöppenstedt aufzusudien.

Als der Pfarrer diese Offenbarung hörte, war er sofort bereit, den Männern zu helfen. Nach einigen Tagen nun, um die Zeit des Festes St. Peter und Paul, wo sich in Königslutter ein großer Zulauf des Volkes von weit und breit her befand, kamen einige Kaufleute zu Küblingen in die Herberge, die führten ein Muttergottesbild mit sich.

Als nun der gute Ryseberg dieses Gnadenbild gesehen, war er sehr glücklich und hat alles den Kaufleuten erzählt. Diese haben dann die Mutter Gottes an den vorgeschriebenen Ort zu Küblingen gebracht, wo es hinfort von vielen Menschen besucht und viel Wunder und Gnade verübt hat.

Nach einer alten Legende