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Wie dä Scheppauer öhren Paster slagen wollen [Wie die Scheppauer ihren Pastor schlagen wollten]

Dä Hordörper harren fräuer mal öhr Schützenfest e'hat, da wörre Hans von Scheppau ok innelat.

Hai gung ok mit sienen Knecht owern Möhlenbarg, dä Chaussee lang na Hordorp un fiere düchtig, mit dä Buern midde. Wie se nu det awens, wie et all dunkel was, taurüjje kaimen, da staht vor dä Möhle un in' Grawen dä Scheppauer un dä Roenkämper.

Dä het nu öhren Paster Hans, weil hai na Hordorp e'west ist, mächtig inne Wulle faat un härren öhne beinahe e'slaen. Awer dä Küster hat dat nich e'lien, hai is da twischen e'gahn.

Seit düssen Dage awer, hat dä Paster Hans dä Buren orrentlich dä Wahrhiet vonne Kanzel runner e'preddiget.

[Die Hordorfer hatten früher mal ihr Schützenfest gehabt, da wurde Hans von Scheppau auch eingelassen.

Er ging mit seinem Knecht über den Mühlenberg, die Chaussee entlang nach Hordorf und feierte tüchtig mit den Bauern. Wie sie nun des abends, wie es überall dunkel war, zurückkamen, da steht vor der Mühle und im Graben die Scheppauer und die Rotenkämper.

Die hatten sich nun mit ihrem Pastor Hans, weil er in Hordorf gewesen ist, mächtig in der Wolle gehabt und hätten ihn beinahe geschlagen. Aber der Küster hat das nicht zugelassen, er ist dazwischen gegangen.

Seit diesem Tage aber hat der Pastor den Bauern ordentlich die Wahrheit von der Kanzel heruntergepredigt.]

Von Wilhelm Rappmund, Scheppau