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Der Fluch der Taterschen

Vor Jahren kam eine junge Zigeunerin in ein Haus am Markte zu Königslutter, in der eine Landwirtschaft betrieben wurde. Sie bat um ein Stück Brot für sich und ihr ungeborenes Kindlein, welches sie unter ihrem Herzen trug.

Die Bauersfrau aber hatte einen harten Sinn. Sie jagte das junge Weib vom Hofe herunter, ohne ihr auch nur eine Scheibe trocken Brot gegeben zu haben.

Die Tatersche aber hat darauf den Hof verflucht. Sie sagte, daß hinfort kein Glück und kein Segen mehr hier einkehren sollte.

Seitdem ist seltsamerweise keine Blume und kein Strauch dort mehr zum Blühen gekommen. Der einzige Sohn ist nicht mehr aus dem Kriege zurückgekehrt, und ganz plötzlich sind mehrere große Kinder in dem Hause gestorben.

Noch viel Unglück wäre aus diesem Haus zu erzählen; der Fluch der Zigeunerin lastet noch heute hierauf.

Von Frau Bußler, Königslutter