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Das Steinkreuz auf dem Reitling

Unter den alten Buchen des Reitlings im Elm, wenige hundert Meter ostwärts der heutigen Reitlingsgaststätte, steht verborgen und abseits des bunten Treibens, welches der Fremdenverkehr jahrein, jahraus, in das herrliche Reitlingstal bringt, ein altes, verwittertes Steinkreuz.


Das Steinkreuz auf dem Reitling Dieses Steinkreuz befindet sich noch nicht lange an dieser Stelle, denn erst wenige Jahrzehnte ist es her, daß es von der einige Meter vor dem Walde liegenden Wiese aus uns unverständlichen Gründen auf den jetzigen Platz umgesetzt worden ist.

Aus Kalkstein gehauen, wie alle seine vielen Brüder in weiter Runde, gibt es Kunde von fernen Tagen. Alte Leute wußten von diesem Kreuz zu sagen, daß vor Jahren, als auf dem Reitling noch ein Förster wohnte und in den Gefilden und Bergen des Elmes noch reicher Wildbestand herrschte, ein Wilddieb hier sein Unwesen getrieben habe.

Eines Nachts nun, wie im Elm wieder gewildert wurde, traf ihn die Kugel des Waidmannes. Wie sich der Förster nun über den toten Wilddieb beugte, mußte er voll Schmerz feststellen, daß derselbe sein bester Jugendfreund gewesen war.

Vor dem Elme hat man ihm dann ein Grab geschaufelt. Zur Mahnung aber setzte man das Steinkreuz an diese Stelle.

Von Landwirt Heinrich Krümmel, Königslutter