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Räuberhauptmann Rose

Es hat vor Jahren im Elme einen Räuberhauptmann Rose gegeben, der bis Helmstedt und in den Lappwald hinein sein Unwesen getrieben hat. Oft hat er des Nachts den Reichen das Geld aus ihren Schatullen geholt und vielen Bierkutschern und Frachtfuhrleuten die Geldkatzen abgenommen.

Als einstens ein armes Mädchen über den Elm, von Schöppenstedt her, nach Lutter gekommen ist, um sich hier zu vermieten, hat sie der Räuberhauptmann Rose ein Stück des Weges begleitet.

Wie sie ihm nun erzählt, sie habe solche Angst vor dem bösen Räuberhauptmann Rose, der alle Menschen berauben würde, lachte der fremde Begleiter laut auf, gab der Jungfer einen Golddukaten und sagte:
"Kauf dir ein neues Kleid und einen warmen Mantel und wenn man dich fragen sollte, wo du das viele Geld her bekommen hast, so sage nur, der Räuberhauptmann Rose hat es mir gegeben."

Einmal war viel Militär in Königslutter. Die haben den ganzen Elm nach Rose durchkämmt. Aber gefunden wurde er nicht.

Man sagt auch, in Lutter habe er ein Mädchen gehabt, bei der er oft übernachtet habe. Von diesem Mädchen soll er einen unehelichen Sohn gehabt haben, der seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich gewesen sein soll.

Von Abdecker Friedrich Strebe, Königslutter