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Spuk in der Silvesternacht

In der Silvesternacht ging eine Jungfer in Sambleben noch spät auf den Hof, um nach dem Vieh zu sehen.

Da plötzlich bemerkte sie auf der Straße einen seltsamen, langen Zug dunkler Gestalten durch das Dorf gehen. Wie sie verwundert diesem Zuge nachlaufen will, merkt das Mädchen, daß sie kein Bein vor das andere setzen kann.

Auf einmal kommt durch die Luft ein schwarzer Kerl dahergefahren, das war aber der alte Krischan von nebenan. Wie diesen die Jungfer sieht, ruft sie laut: "Krischan! Krischan! helpe mick!"

Da bekommt sie einen derben Schlag auf den Kopf - und der ganze Spuk ist vorbei.

"Ick bin awer seit dem nich wedder inne Silvesternacht vorre Dör e'gahn",
[Ich bin aber seitdem nicht wieder in der Silvesternacht vor die Tür gegangen]
sagte das Mädchen noch, als sie schon längst eine alte Großmutter geworden war.

Erzählt von dem alten Vokuhl aus Sambleben.