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Die verfluchte Magd

Ein junges Mädchen, das bei Kahmann's in Groß Dahlum diente, war plötzlich gestorben, ohne 25 Pfennige, die sie sich geborgt hatte, zurückgegeben zu haben.

Das ließ ihr im Grabe keine Ruhe. Sie erschien jeden Mittag um 12 Uhr beim Essen in der Stube. Endlich schickte man zum Pfarrer, und der fragte sie, was sie hätte?

Da antwortete sie, sie hätte von ihrer Mitmagd 25 Pfennige geborgt, aber vor ihrem Tode nicht zurückgegeben. Das ließ ihr keine Ruhe; denn ihre frühere Mitmagd verfluche sie.

Da sprach der Pfarrer, ihre Schuld sei vergeben, und der lebenden Magd redete er zu, die Gestorbene nicht mehr zu verfluchen.

Nun fand sie im Grabe Ruhe und kam nicht wieder.

Von Otto Schütte, Braunschweig