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Der ruhelose Geist auf dem Homannhof in Sunstedt

Vordem waren in Sunstedt auf dem alten Homann'schen Hofe die Familie Jürgens die Besitzer gewesen.

Als nun einmal ein Ackermann Jürgens plötzlich und unerwartet starb, ehelichte seine älteste Tochter einen Homann, und so kam es, daß der Hof in die Homann'sche Familie kam. Ein jüngerer Jürgen'scher Sohn, der mit seiner ganzen Liebe an dem alten Jürgen'schen Hofe gehangen hatte, war mit auf dem Hofe geblieben. Er hatte gehofft, einmal das Erbe seiner Väter anzutreten, und konnte es nicht überwinden, daß nun sein Schwager Homann den Hof bewirtschaftete und er Knecht geworden war.

Eines Nachts nun hat sich der junge Jürgens im Stalle hinter den Pferden angebunden und von hier aus in das Stroh Feuer geworfen. Da der Brand erst spät entdeckt wurde, es außerdem eine stürmische Nacht war, ist der alte Jürgen'sdie Hof bis auf die Grundmauern mit allem Vieh, dem gesamten Inventar und der Ernte niedergebrannt.

Auch von dem Brandstifter, dem jungen Jürgens, fand man keine Spur mehr. Als dann später der Hof wieder aufgebaut worden war, hat man oft des Nachts, wenn der Nachtwächter die zwölfte Stunde ausgerufen, eine Gestalt durch die Scheunen und Stallungen gehen sehen. So geheimnisvoll wie sie auftauchte, ist sie auch stets wieder verschwunden.

Man wollte im Dorfe wissen, daß das der Brandstifter gewesen sei, der im Tode keine Ruhe finden konnte, und nun auf den Hof gebannt ist, bis ihn einer erlöst.

Von Schlachtermeister Karl Jürgens, Königslutter, und Ackermann Krenge, Sunstedt