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Spuk im Nolteschen Hause

Im alten Nolteschen Hause in Hoiersdorf, daß jetzt (1950) dem Sattler Liese gehört, wohnten vor vielen Jahren meine Großeltern.

Sie erzählten mir immer und immer wieder, daß es in diesem Hause nicht geheuer sei. Ehe man die Treppe nach oben hochging, stand in einer Ecke ein großer Fleischhackeklotz, von dem her es in der Mitternacht rauschte, als wenn lauter Tauben von ihm fortflattern würden.

Die Treppe hinauf und hinunter klirrte und klapperte es, als ob lauter irdene Teller und Deckel herunterpolterten. In diesem Hause soll in alter Zeit eine Frau umgebracht worden sein.

Sie wurde oft um Mitternacht gesehen, wie sie ohne Kopf ruhelos durch das Grundstück ging. Man sagt auch, daß früher in diesem Anwesen die Schweine nie gediehen seien; das Borstenvieh wurde nie groß, sondern krepierte immer klein.

Von Frau Wille geb. Müller, Hoiersdorf