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Unschuldig hingerichtet

Als im Jahre 1853 der Barbier Dombrowsky in Wolfenbüttel hingerichtet worden ist, weil er seine Frau vergiftet haben soll, war Heinrich Sandvoß aus Destedt als Infanterist bei den 92ern in Wolfenbüttel.

Er war mit in dem Detachement, das das Karree um den Hinrichtungsplatz bilden mußte. Mit aufgepflanztem Bajonett standen die Soldaten dicht um den Platz herum. Da hörte Heinrich Sandvoß, wie der Barbier noch auf dem Schafott seine Unschuld beteuert hat.

Später hat Dombrowskis Mutter auf ihrem Sterbebette noch bekannt, daß sie mit ihrer Schwiegertochter nicht zusammen leben konnte, weil sie sie nicht leiden mochte. Aus diesem Grunde habe sie diese darum vergiftet. Die Giftflasche aber habe sie ihrem Sohne in die Tasche gesteckt, und somit sei der Verdacht auf ihn gefallen.

Als man ihn nun daraufhin hingerichtet habe, hätte ihr der Mut gefehlt, dieses offen zu bekennen.

Von Schneidermeister Lüer, Destedt