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Wie aus einem

In Kneitlingen an der alten Kirche war früher vor vielen Jahren ein Stein eingemauert, auf dem Till Eulenspiegel eingehauen war. Der Eingang in das Gotteshaus war damals aber noch von Norden her, und die Leute, die in die Kirche gehen wollten, mußten alle an diesem Bilde vorbei.

Im Dorfe aber, auf dem alten Eulenspiegelhofe, wohnte ein Ackermann, der Ulenspeigel hieß und den alle Leute mit seinem ulkigen Namen narrten. Darob aber war der Ackermann sehr verdrossen.

Er machte sich nun nach Wolfenbüttel auf, um bei seinem Landesherrn eine Bitte vorzubringen. Der Herzog von Braunschweig bog sich bald vor Lachen, als ihm von seinem Kammerherrn gemeldet worden, daß draußen ein Ulenspeigel aus Kneitlingen stände, der den Herzog um eine Audienz bitten ließe.

Der Herzog aber war ein sehr leutseliger Herr und hörte sich von dem Ackermann die Geschichte an, wie alle Leute ihn mit seinem Namen "sticheln" würden. Ja, sagte der Herzog nun, da ist guter Rat teuer. Aber damit euch die bösen Leute nicht mehr mit euren guten alten Väternamen "sticheln" können, sollt ihr von jetzt an "Stichel" heißen!

Darüber nun haben die Stichel vom Herzog eine Urkunde erhalten, die liegt aber jetzt in Wolfenbüttel im Archiv. Das Siegel darunter ist aus reinem Eisen und wiegt über zehn Pfund.

Von Altmutter Quidde, Kneitlingen