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Erzbischof Willigis

In Schöningen ist auf der Salzstraße ein altes Haus, über dessen Tür sich ein fast verblichenes Bild befindet. Es stellt einen Wagen dar, in dem ein Mensch sitzt und darunter ist ein fünfspeichiges Wagenrad angebracht. Die alten Leute wissen aber in Schöningen von diesem Hause folgende Sage zu erzählen:

Vor vielen, vielen Jahren lebte in diesem alten Hause einmal ein armer Bürger und Rademachermeister, der hatte einen Sohn mit namens Willigis. Da dieser Knabe aber sehr klug gewesen war, hat er in dem nahen Kloster St. Lorenz die Schule besucht und ist dann selbst ein großer Lehrer und Priester geworden.

Er war ein so kluger Mann, daß er vom Kaiser an dessen Hof gerufen wurde und diesen dann in vielen Dingen beraten hat. Später hat man dann Willigis zum Erzbischof von Mainz erwählt und ihm somit hohen Ehren zuteil werden lassen.

Es waren aber auch böse Neider dort in Mainz, die dem Erzbischof sein hohes Amt nicht gegönnt haben. Diese haben dann mit Kreide überall des Nachts große Wagenräder an die Türen und Wände malen lassen, um somit alle Welt auf die niedere Herkunft des Erzbischofs Willigis aufmerksam zu machen.

Willigis war aber darob gar nicht böse. Er freute sich über die vielen Wagenräder, und hat in sein Wappenschild ebenfalls ein Wagenrad hineinmalen lassen.

Als dieses aber der Kaiser gehört hat, ist er nach Mainz nach Willigis gefahren und hat ihn sichtlich gerührt in seine Arme geschlossen.

Noch heute aber zeigt man voll Stolz das kleine, alte Haus in Schöningen, in dem vor über tausend Jahren der große Erzbischof Willigis von Mainz, als Sohn eines armen Schöninger Bürgers geboren worden ist.