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Nachbar Schütte

Der jetzige Zimmermannsche Hof in Esbeck Nr. 9 gehörte früher dem Bauer Schütte.

Als nun 1913 der Herzog Ernst-August in seine Residenzstadt Braunschweig einzog, war auch unter vielen tausenden Landeskindern der Bauer Schütte nach Braunschweig gefahren. Herzog Ernst-August führte auch den Titel eines Herzogs von Cambridge.

In Braunschweig sangen die Kinder den Vers auf den Herzog:
"Hüte, hüte, kimmt, dä gerne einen nimmt; hütsche, hütsche, hütsche, dä Hertog von Cambridge."

Da der alte Bauer Schütte schon zu tief ins Glas gekuckt hatte, verstand er immer statt "Hütsche, hütsche" - "Schütte, Schütte!" Wütend darüber verhaute er die Kinder, die er zu fassen kriegte.

Die Polizei griff ihn deshalb auf und steckte ihn ins Gefängnis, wo er nun seinen Namen nennen sollte. Er aber tobte und schrie:
"Ick will miehnen Nahwer seihn!"
[Ich will meinen Nachbarn sehen!]

Als man ihn fragte, wer sein Nachbar denn nun eigentlich sei? erwiderte er:
"Dat is dä Polizeipresedente von Bronswiek!" -

Der herbeigeholte Polizeipräsident Proetzel bestätigte, daß der alte Bauer Schütte der Nachbar von ihm in Esbeck sei, da seine Burg an den Hof von Schütte grenze. Daraufhin wurde der alte Schütte sofort wieder auf freien Fuß gesetzt.

Von Karl Rose, Schöningen