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Wie ein Lauinger den Franzosen fortgelaufen ist

Conrad Jäger aus Lauingen diente als junger Bursche in Bornum auf dem Grabenhorst'schen Hofe.

Als nun die Franzosen ins Land kamen, und Napoleon nach Rußland ziehen wollte, haben sie die ganzen jungen Männer zusammengetrieben und unter die Soldaten gesteckt. Conrad Jäger sollte nun auch mit.

Er hat sich aber schnell auf dem Heuboden versteckt, bis auch dort die Schergen hinkamen, und mit ihren langen Lanzen alles durchstachen. Da hat er es aber in allerletzter Minute verstanden, sich durch eine Luke runterzulassen.

Er ist dann schnell nach dem Lauingschen Rieseberge gelaufen, wo er sich in dem Kalkofen, der zum Rittergute Lauingen gehörte, versteckt hat.

Seine Braut, eine Beesentochter aus Lauingen, hat ihm heimlich Essen und Trinken gebracht, damit er nicht verhungert ist. Es war aber oft sehr schwer, denn man mußte sich sehr vorsehen, damit man nicht geschnappt wurde.

Als dann später die Franzosen in Rußland geschlagen wurden, konnte sich Conrad Jäger wieder in seinem Heimatdorfe sehen lassen.

Er hat dann noch viele Jahre gelebt und diese Erlebnisse "ud dä Franzosentied" oft seinen Kindern und Enkeln erzählt.

Von Altvater Jäger, Königslutter