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Der betrogene Teufel

Ein Förster am Elme hatte sich dem Teufel verschrieben; der gewährte ihm großen Anlauf vom Wilde und gab ihm Freikugeln.

So ging ihm kein Schuß fehl, und er lebte herrlich und in Freuden. Es kam aber der Tag, wo der Vertrag ablief, bei dessen Abschluß er versprochen hatte, des Teufels zu sein, nämlich sobald nach zehn Jahren im Walde das Laub abgefallen sei.

Der Teufel stellte sich richtig nach zehn Jahren um Martini ein, um den Förster zu holen. Der aber machte Ausflüchte und meinte, der Teufel irre sich, denn alle Blätter seien noch nicht abgefallen.

Sie gingen in den Wald, um nachzusehen, und der Förster behielt recht: Die Dickungen der Eichen und Buchen waren noch nicht entblättert.

Der Satan mußte abziehen, nahm sich aber vor, zu rechter Zeit wiederzukommen. Das tat er denn auch urn die Osterzeit und wies dem Förster die nun blattlosen Dickungen.

Dieser aber führte den Bösen zu einer Buchenheisterpflanzung aus dem Vorjahre, an der zu gleicher Zeit grüne und trockene Blätter zu sehen sind.

Die Zeit war also wieder verpaßt; der dumme Teufel sah ein, daß er betrogen war, zog grimmig ab und kam nicht wieder.

Von Otto Schütte - nach Mitteilung des Forstmeisters Ziegenmeyer, Groß Dahlum .