Startseite -> Index

Der Diebessegen

In Eischott hatte ein Bauer Leinewand zum Bleichen auf seinem Grashof ausgebreitet. Als er es am anderen Morgen besehen will, fehlen ihm einige Laken.

Dieses geschieht öfters. Hierauf legt er eines Abends wieder Laken hin, geht dann im Kreise um den Platz herum und spricht einen Diebessegen.

Als er nun am anderen Morgen auf seinen Grashof geht, sieht er, wie ein Kerl mit seinen Laken unter dem Arm dasteht, steif und starr, wie eine Puppe. Er geht hin und guckt sich ihn genauer an und siehe da, es ist der eigene Nachbar.

Da hat der Bauer diesem eine derbe Ohrfeige gegeben und ihn dadurch wieder befreit. Dieses ging aber nur vor Sonnenaufgang oder -Untergang.

Anmerkung:
Vgl. Pinkernelle a. a. O. S. 26.

Altvater Christian Müller