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Das Kutschenloch am Elm

In der Stiftskirche zu Königslutter befand sich in einer kleinen Kapelle ein wundertätiges Gnadenbild der Mutter Gottes. Vielen Menschen, die hier gebetet hatten, war auf wundersame Art Hilfe geworden.

Eines Tages kam auch ein reicher Mann in einer prächtigen Kutsche mit vier Pferden davor, der seit langem krank und hilflos darniederlag. Er wollte durch ein Wunder gesund werden.


Das Kutschenloch am Elm Kaum sah jedoch der reiche Mann die einfache Figur der Himmelskönigin, als er verstockten Herzens voller Spott und Hohn zu fluchen und zu lästern begann. Er verließ den Gnadenort, ohne auch nur gebetet zu haben. Fluchend und schimpfend raste er in seiner Kutsche vondannen.

Über den Bergen und Tälern des Elmes hatten sich dunkle Wolken zusammengezogen. Die Sonne verdunkelte sich und Blitze zuckten unheimlich durch die schwüle Luft.

Da - plötzlich scheuten die Pferde! In wilder, rasender Hast jagten sie dahin, um in einem dunklen, grundlosen Gewässer, das sich ihnen plötzlich geöffnet hatte, zu versinken.

Seit jener Zeit heißt das Loch unter den Eichen, linker Hand auf dem Wege vom Stifte zum Lutterspring im Volksmunde "datt Kutschenlock".

Erzählt von meinen lieben Eltern und von vielen alten Leuten aus Königslutter.