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Was man am Elm von den Märten sagt

Der kleine Rehkuh in Rottorf bei Königslutter, der später als Stadtschulrat in Braunschweig ein hochgelehrter Mann wurde, hörte in seiner Kindheit folgendes über Alpdrücken und Märten:

Märten sind Menschen, die, ohne es selbst zu wissen, zeitweilig in rauhhaarige, marderähnliche Tiere verwandelt sind und ebenso bewußtlos andere Menschen drücken, wenn diese im Schlaf auf dem Rücken liegen und "ihre Brust breit ist".

Sie kommen von unten leise heraufgeschlichen, legen sich dem Schläfer schwer auf die Brust, daß derselbe weder atmen noch schreien kann.

Manche Leute haben dabei deutlich das rauhe Fell dieser Tiere gefühlt. Erst wenn die also Geplagten angerufen werden oder sich auf die andere Seite werfen können, weicht die Spukgestalt.

Die Märten kommen durch das Schlüsselloch in die Kammer hinein und müssen auf gleiche Weise auch wieder fort.

Es hat einmal ein Mann, der mit einem anderen auf einer Kammer zusammen schlief, das Schlüsselloch zugemacht, als er merkte, daß sein Gefährte so stöhnte. Da konnte der Märte nicht mehr hinaus, und nachdem er seine Menschengestalt wieder erhalten, erkannten ihn die beiden Männer und bedrohten ihn, nicht wiederzukommen. Seitdem ist er auch ausgeblieben.

Man kann die Menschen, die in Märte verwandelt werden, daran erkennen, daß ihnen die Augenbrauen zusammengewachsen sind.

Um sich vor den Märten zu wahren, muß man abends vor dem Zubettgehen die Schuhe kreuzweis vors Bett stellen.