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Der Glockenkamp im Stifte

Geht man von der Stiftskirche in Königslutter den Berg an der Klostermauer herunter dem Walde zu, so befindet sich rechter Hand der Glockenkamp.
Heute ist dieser ein mit Grünanlagen und Buschwerk versehener Platz, der in der Senke einen kleinen Teich - den Glockenteich - birgt.

Hier war in alter Zeit ein großer Klosterteich, von dem gesagt wurde, daß er unergründlich sein sollte. In einem großen Kriege ist einmal böse Soldateska in die Klosterkirche eingedrungen und den hohen Turm hinaufgestiegen. Sie hat darauf so laut und wild die Glocken geläutet, daß eine von ihnen in hohem Bogen aus den Schallöchern geflogen und in den nahen sumpfigen Kampe versunken ist.
Es ist aber an dieser Stelle ein tiefes, grundloses Loch entstanden, in dem sich Wasser gesammelt und das man fortan "den Glockenteich" genannt hat.

Die Mönche haben hier Fische hineinsetzen wollen, die aber immer und immer wieder verendet sind. Erst später versandete der Teich und wurde nun allgemein der Glockenkamp genannt.

Die Schallöcher aber hat man bis auf die Hälfte zugemauert, und erst vor einigen Jahrzehnten bei einer Renovierung der Kirche wurden sie wieder in der ursprünglichen Form freigelegt.

Von Adolf Lüders und vielen alten Leuten in Königslutter.