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Der Fenstersturz an der Stadtmauer

Vor vielen Jahren hat in dem Hause an dem unterlutterschen Kirchhofe, das auf der alten Stadtmauer steht und in dem vormals die alte Stadtschule gewesen sein soll, eine alte Frau gewohnt, von der erzählt wurde, sie sei mit dem Bösen im Bunde und eine Hexe.

Die Frau soll in jungen Jahren ihre Seele dem Teufel verschrieben und allerlei schwarze Künste und Hexenkram gekonnt haben. Wie sie nun alt geworden und nicht von hier hat kommen können, hat sie ihr Geld genommen, dieses mit Kot besudelt und sich dann aus dem kleinen Fenster, welches der Finkenburg gegenüber, auf das Kopfsteinpflaster heruntergestürzt.

Der alte Klapschinski, der damals noch ein kleiner Junge gewesen, hat drüben in der Finkenburg gerade aus dem Fenster gesehen und später oft erzählt, er habe gesehen, wie auf dem Dache ein dünner Mann mit einem roten Mantel gesessen habe.

Das soll aber der Leibhaftige gewesen sein, der der alten Frau zugesetzt habe und zum Abschluß ihres Lebens noch einen Selbstmord von ihr verlangt habe.

Von Altvater Ballermann und Altmutter Vopel, Königslutter