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Der Hexenmeister in Lelm

In Lelm war früher ein Schlesinger, der in dem Rufe stand, viel von der Schwarzen Kunst zu verstehen.

Wie ich nun mit ihm auf einem Hofe zusammen arbeitete, hat er mir eine Mährt aufgehalst. Da lag ich des Nachts im Bette, und da kam ein Ungeheuer durchs Schlüsselloch und legte sich auf mich drauf. Ich habe vor Angst geschwitzt und gestöhnt und konnte mich nicht befreien.

Der Schlesinger konnte aber noch viel mehr, er war ein großer und böser Hexenmeister. Er wollte mich auch was lehren von der Schwarzen Kunst. Da sagte er eines Tages:
"Gehe Mitternacht zum Friedhof nach dem Grabe eines unschuldigen Kindes, nimm drei Hände voll Erde und gehe dann zu einem Kreuzweg. Da streue sie aus, dann kommt ein großer, schwarzer Kater, der dich die Schwarze Kunst lehren wird. Du mußt dich aber still verhalten und darfst dich nicht umsehen, sonst bist du verloren."
Ich habe aber voll Angst und Schrecken abgelehnt und bin nicht hingegangen.

Von Altvater Schaper, Lelm