Startseite -> Sagen -> Was mir Jutta G. von ihren Vorfahren erzählte !

Frau Sage lebt und webt noch heute ihre Sagen. Es wurden mir folgende zwei Sagen 1982 von Frau Jutta G. wohnhaft in Birkenau, mitgeteilt, die ich hier wörtlich wiedergebe:

1. Spuk in einem Haus.

"In Königslutter steht ein Haus, das einem G. gehört hat. Wahrscheinlich meinem Urgroßvater. Jedesmal, wenn ein Mitglied der Familie G. sterben musste, soll eine Säule vom Treppengeländer sich verfärbt haben."

2. Begegnung am Kreuzweg.

"Diese Geschichte soll meinem Urgroßvater passiert sein und er soll sie laut Aussage von 2 Verwandten selbst erzählt haben:
Er ritt, wie jeden Tag, an seinen Feldern entlang. Auf seinem Weg lag ein Kreuzweg - eine Kreuzung.

Als er nun an diese Kreuzung kam, scheute plötzlich sein Pferd. Er schaffte es nicht, das Pferd über die Kreuzung zu bringen. Er ritt zurück und beschloß, einen Schäfer zu Rate zu ziehen.

Der Schäfer riet ihm, vor der Kreuzung dem Pferde etwas unter den Sattel zu stecken. Mein Urgroßvater befolgte den Rat und das Pferd sprang auf die Kreuzung.

Plötzlich stand da ein Mann, ganz in schwarz. Er war vom Pferdehuf getroffen und blutete stark am Oberkörper. Urgroßvater war erst zu Tode erschrocken und er erkannte, daß der schwarze Mann ein Vorfahre von ihm sei.

Dieser Vorfahre hob jetzt die Hand, als ob er drohe und sagte: "Du stirbst einmal ganz arm" - Er verschwand darauf in einem Kornfeld.

Urgroßvater G. wusste nicht, was er tun sollte. Er entschloß sich, zurückzureiten und Hilfe für den verletzten Mann zu holen.

Als er mit einigen Leuten zurück kam, sahen sie nur einige Bluttropfen, die bis in das Kornfeld führte. Von dem Mann war keine weiter Spur. Das Feld war auch nirgends sonst heruntergetreten.

Als Urgroßvater G. sich wieder gefasst hatte, lachte er darüber. 1950 starb er.

Einer seiner Söhne hatte ihn beraubt und die Kassette mit Goldstücken und seine Sparbücher für seine Mündel entwendet.

So waren denn die Worte des Mannes am Kreuzweg wahr geworden. Urgroßvater G. war so arm geworden, dass ihn die Gemeinde begraben musste."